Rasensteppe adé – moin Kräuterrasen!
Warum es besser ist, deinen Rasen jetzt nicht zu mähen – und wie du im Handumdrehen einen blühenden Biodiversitäts-Hotspot daraus zauberst.
Ja, es ist verlockend: Im Mai steht das Gras endlich wieder so hoch, dass es uns in den Fingern juckt. Jetzt den Rasenmäher anwerfen und die ungezügelte Wildnis in einen schönen englischen Rasen trimmen – das wär's. Stimmt nur leider nicht, denn so eine exakte Rasenkante mag zwar unseren inneren Monk befriedigen, für Ressourcen und Artenvielfalt im Garten ist sie aber reines Gift. Erfahre, wie du jetzt einen Kräuterrasen anlegen kannst, der Ressourcen schont und für alle Gartenbewohner Vorteile bietet.
Ich finde ja, so ein Käuterrasen ist der perfekte Kompromiss zwischen verdorrter Rasensteppe und kompletter Gartenwildnis: Die bis zu 20cm langen Halme beschatten den Boden, der somit deutlich seltener gewässert werden muss. Die wildere Struktur bietet Unterschlupf und Nistmaterial für allerlei krabbelnden und fliegenden Gartenbewohner. Überall sprießen blühende Wildkräuter, die Insekten Nahrung schenken. Und schön anzusehen und pflegeleicht ist das alles auch noch. Moment mal: Wasser sparen, Artenvielfalt stärken, Arbeitsersparnis und Augenschmaus? Win-win-win-win, würde ich sagen!
Jetzt möchtest du vermutlich auch so einen tollen Kräuterrasen anlegen, richtig? Na gut, ich verrate dir, wie es geht: Mache einfach nichts. Ja, genau: nichts! Der Kräuterrasen entsteht nämlich von ganz allein, wenn man ihn mal ein bisschen in Ruhe lässt. Ein Grund mehr, bei der Initiative "Mähfreier Mai" dabei zu sein.
So legst du einen Käuterrasen an:
- Tu nichts: Mähe deinen Rasen ab sofort nicht mehr und dünge ihn auch nicht.
- Tu immer noch nichts: Jäte kein Unkraut und gieße nur in schlimmsten Ausnahmefällen.
- Hab ein bisschen Geduld: Schon nach einer Weile wachsen die ersten Wildkräuter, z. B. Gänseblümchen, Gundermann, Klee, Ehrenpreis, Glockenblume und viele mehr.
- Freu dich: Gehe auf Entdeckungsreise und genieße die Vielfalt, die dir und deinen Gartenmitbewohnern einfach nur gut tut. Denn du weißt ja: Eine gesunde und vielfältige Natur ist auch für dich eine Quelle des Wohlbefindens.
- Ok, ab und zu darfst du ein bisschen was tun: Wenn der Rasen 20 Zentimeter hoch ist kannst du ihn mähen – aber möglichst bei höchster Stufe des Rasenmähers, so bleiben viele Blühpflanzen stehen.